IIn Jüterbog lebte ein Schmied — fromm, kräftig, gutherzig. Kein Wanderer ging hungrig an seiner Tür vorbei. Eines Abends kam ein Fremder. Er sah aus wie ein Heiliger und bat um Herberge. Der Schmied nahm ihn auf. Am Morgen sprach der Fremde: „Drei Bitten sollst du tun. Sie werden dir gewährt.“ Der Schmied wünschte sich dreierlei: Sein Stuhl hinter dem Ofen solle jeden festhalten, bis er ihn freigebe. Sein Apfelbaum solle keinen herablassen, der hinaufgestiegen sei. Und aus seinem Kohlensack solle niemand entkommen, den er nicht selbst befreie. Als der Tod kam, bat ihn der Schmied, kurz auf dem Stuhl zu rasten. Der Tod saß — und kam nicht wieder hoch. Erst als er dem Schmied zehn weitere Jahre versprach, ließ dieser ihn frei. Zehn Jahre später erschien der Tod erneut. Der Schmied bat ihn, noch schnell ein paar Äpfel zu pflücken. Der Tod stieg auf den Baum — und blieb. Die Gesellen schlugen mit Eisenstangen auf ihn ein, bis der Tod jammerte und schwor, nie wiederzukommen. Zerschlagen begegnete er dem Teufel. Der lachte: „Mit einem Schmied werde ich schon fertig.“ Noch in derselben Nacht stand der Teufel vor der Tür. Der Schmied rief: „Willst du herein — fahr durchs Schlüsselloch.“ Der Teufel huschte als Rauch hindurch. Drinnen wartete der Kohlensack. Der Schmied band ihn zu, warf ihn auf den Amboss — und die Gesellen hämmerten, bis die Schmiede dröhnte. Als der Teufel wieder freikam, musste er durchs Schlüsselloch hinaus, durch das er gekommen war. Seitdem, so sagt man, klopft weder Tod noch Teufel gerne beim Schmied von Jüterbog an.
DDie Zisterzienser gründeten es im 12. Jahrhundert; bis heute erinnern die alten Feldsteinmauern, die Klosterkirche und die stillen Höfe an eine Welt aus Gebet, Arbeit und strenger Ordnung. Für die Sage vom Schmied bildet Kloster Zinna einen schönen Gegenpol: dort die Stille der Mönche, hier das Feuer der Schmiede. Zwischen beiden Welten wanderten einst Pilger, Händler, Bettler und Fremde über die alten Wege. Genau aus dieser Welt könnte jener geheimnisvolle Gast gekommen sein, der dem Schmied von Jüterbog seine drei Wünsche gewährte.

DDrei große Stadttore, alte Mauerreste, Wehrtürme und enge Gassen erinnern an eine Zeit, in der die Stadt klar vom Umland getrennt war. Wer hineinwollte, kam durch bewachte Tore; wer draußen blieb, stand vor Stein, Holz und Eisen. Besonders markant sind das Dammtor, das Zinnaer Tor und das Neumarkttor. Sie erzählen von Handel und Schutz, von Nachtwächtern, Fuhrwerken, Pilgern und Reisenden. Zwischen diesen Mauern wirkt Jüterbog noch heute wie eine Stadt, in der das Mittelalter nicht ganz verschwunden ist.
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„Zwischen alten Mauern und vergessenen Pfaden warten Geschichten darauf, wiedergefunden zu werden.“
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