Es war im Jahr 1284. Hameln litt unter einer schrecklichen Rattenplage, als eines Tages ein fremder Mann erschien – bunt gekleidet, ein Pfeifchen in der Hand. Er versprach, die Stadt zu befreien. Gegen Lohn.
EEs war im Jahr 1284. Hameln litt unter einer schrecklichen Rattenplage, als eines Tages ein fremder Mann erschien – bunt gekleidet, ein Pfeifchen in der Hand. Er versprach, die Stadt zu befreien. Gegen Lohn. Er spielte. Die Ratten kamen aus allen Winkeln und folgten ihm bis zur Weser – und ins Wasser. Keine kam zurück. Doch die Bürger verweigerten die Bezahlung und jagten den Fremden davon. Das war ihr Fehler. Am 26. Juni kehrte er zurück. Diesmal spielte er nicht für Ratten. Während die Erwachsenen in der Kirche saßen, folgten ihm die Kinder der Stadt – durch die Gassen, hinaus ins Freie, in einen Berg. Und verschwanden. 130 Kinder. Nie wieder gesehen. Die Stadt Hameln zählte noch Jahrhunderte lang ihre Urkunden nach dem Tag des Verlustes. Als wäre die Zeit danach eine andere geworden.
Es gibt Häuser, die tragen eine Geschichte in sich, die schwerer wiegt als ihre Mauern.
DDas Rattenfängerhaus in der Osterstraße ist eines davon. Das 1602 erbaute Haus trägt seinen Namen seit etwa 1900 – und verdankt ihn einer Inschrift, die sich seitlich in der Bungelosenstraße befindet. Hameln Eingehauen in Stein, für jeden lesbar, der stehen bleibt: Im Jahr 1284 führte ein bunt gekleideter Pfeifer 130 Kinder aus Hameln – und sie wurden nie mehr gesehen. Die Straße davor, die Bungelosenstraße, ist bis heute still. Kein Musizieren erlaubt. Kein Tanz. Als wäre der Schmerz von damals noch nicht verklungen. Wer hier steht und die Inschrift liest, spürt: Diese Stadt hat etwas nicht vergessen.

D Die Bungelosenstraße in Hameln ist eine solche Gasse. Schmal, alt, unscheinbar – und doch einzigartig auf der Welt. Hier sollen am 26. Juni 1284 die Kinder Hamelns die Stadt verlassen haben, gefolgt dem Klang einer Pfeife, die sie in den Untergang lockte. Zum Zeichen der Trauer wurde das Musizieren in dieser Straße für alle Zeit verboten. Bungelos bedeutet „ohne Trommel“ – und seit 1475 trägt die Gasse diesen Namen als stille Erinnerung. Wikipedia Noch heute verstummt die Flöte des Rattenfängers, wenn er bei Stadtführungen diese Straße betritt. Eine ganze Stadt hält seit über 700 Jahren Stille – für Kinder, die nie zurückgekehrt sind.
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Schau dir die Sagen noch einmal an:
Die Steinerne Brücke von Regensburg spannt sich über die Donau, als hätte sie schon immer dort gestanden. Fest, ruhig, unbewegt – und doch erzählt man sich, dass ihr Bau alles andere als ruhig verlief.
„Zwischen alten Mauern und vergessenen Pfaden warten Geschichten darauf, wiedergefunden zu werden.“
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