Augsburger Sagenvideos

DDie Sage erzählt von einer geheimnisvollen weiblichen Gestalt namens Cisa, die mit einem frühen Heiligtum auf dem Gebiet des heutigen Augsburg verbunden gewesen sein soll. Lange vor der Christianisierung soll an dieser Stelle ein Kultplatz existiert haben, der einer alten Gottheit oder Schutzfigur gewidmet war. Cisa wird dabei oft als eine Art Natur- oder Fruchtbarkeitsgöttin gedeutet – eine stille, mächtige Präsenz, die über Land und Menschen wachte. Ihr Name ist nur in wenigen historischen Quellen überliefert, und vieles bleibt im Dunkeln. Mit dem Aufkommen des Christentums verschwand ihr Kult. Tempel und alte Orte wurden überbaut, Erinnerungen verdrängt. Doch die Sage sagt, dass die Spur von Cisa nie ganz verschwunden ist – sie liegt verborgen unter den späteren Schichten der Stadt.

Augsburg Karte
Aktueller Standort: Cisa

Der Perlachberg

Es gibt Orte, die tragen ihre Geschichte tief in sich – unsichtbar für das eilige Auge, doch spürbar für den, der innehält.

DDer Perlachberg in Augsburg ist solch ein Ort. Lange bevor Steine über Steine geschichtet wurden, soll hier die Göttin Cisa gewohnt haben. Auf diesem Hügel, mitten im Herzen der Stadt, versammelten sich die Vindeliker, brachten Opfer aus Korn und Frucht und feierten am 28. September ihr großes Fest zu ihren Ehren. Wo heute der Turm in den Himmel ragt, stand einst ein hölzernes Heiligtum. Kein Stein blieb davon übrig – und doch blieb etwas. Denn oben, hoch über allem, dreht sich Cisa noch immer im Wind. Sie hat nie aufgehört zu wachen.

Der Augustusbrunnen

Wer heute über den Rathausplatz schlendert, tritt unwissentlich auf Boden, der seit mehr als 2.000 Jahren Geschichte trägt.

DDenn tief unter den Pflastersteinen liegt das Herz der einstigen römischen Provinzhauptstadt Augusta Vindelicum – gegründet um 15 vor Christus, benannt nach Kaiser Augustus, der diesen Ort an Lech und Wertach zur mächtigsten Römerstadt südlich der Donau aufsteigen ließ. Forum, Tempel, Thermen und Markthallen prägten einst dieses Zentrum – von denen heute kaum ein Stein mehr sichtbar ist. Fast 1.600 Jahre später beschloss die Stadt, ihrem Gründer ein würdiges Denkmal zu setzen. Zur 1600-Jahr-Feier Augsburgs entstand zwischen 1588 und 1594 der Augustusbrunnen, geschaffen vom niederländischen Bildhauer Hubert Gerhard. In der Mitte steht der Stadtgründer Augustus als Friedenskaiser, umgeben von vier Flussgöttern, die Augsburgs Hauptgewässer versinnbildlichen: Lech, Wertach, Singold und den Brunnenbach. Seit 2019 gehört der Brunnen als Teil des Augsburger Wassermanagement-Systems zum UNESCO-Welterbe. Ein Platz, ein Brunnen – und darunter: zweitausend Jahre, die nie ganz verstummt sind.

Schatztruhe

Erhalte einen Schatz wenn du genau hingehört hast und den Spuren gefolgt bist

1. Wofür steht die Figur Cisa vermutlich ursprünglich?

2. In welcher Zeit wird der Ursprung der Cisa-Sage eingeordnet?

3. Warum wird der Perlachberg mit Cisa in Verbindung gebracht?

4. Was geschah typischerweise mit solchen Kultorten während der römischen Zeit?

5. Warum ist die Cisa-Sage heute so schwer greifbar?

Ergebnis

Der fliehende Varus

Zwischen Wasser und Stille, dort wo Augsburg heute gewachsen ist, erzählt man sich eine andere Geschichte über den römischen Feldherrn Varus.

“Zwischen alten Mauern und vergessenen Pfaden warten Geschichten darauf, wiedergefunden zu werden.”

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