Zwischen Wasser und Stille, dort wo Augsburg heute gewachsen ist, erzählt man sich eine andere Geschichte über den römischen Feldherrn Varus. Nicht vom Tod im fernen Norden – sondern von einer Flucht…

ZZwischen Wasser und Stille, dort wo Augsburg heute gewachsen ist, erzählt man sich eine andere Geschichte über den römischen Feldherrn Varus.
Nicht vom Tod im fernen Norden – sondern von einer Flucht. Verwundet, gejagt, allein soll er den Weg nach Süden gefunden haben. In ein Land aus Sümpfen, Seen und verborgenem Wasser, in dem man verschwinden konnte.
Hier, zwischen zwei Flüssen, soll er Rast gesucht haben. Tage vielleicht. Wochen. Fern von Rom. Fern von allem, was ihm einst Ordnung gab. Doch auch dieser Ort vergaß ihn nicht. Die Sage erzählt, dass Varus hier gefunden wurde – nicht im Kampf, sondern in der Stille eines Sees. Und dass sein Name blieb.
Aus dem Verres-See, dem See des Varus, wurde über die Jahrhunderte: Pfersee.
Pfersee war einst ein rauer, schwer zugänglicher Ort. Weite Sümpfe, dunkle Wasserarme und dichter Auwald prägten die Landschaft entlang der Wertach.
NNebel hing oft über dem Land, und nur wenige Wege führten durch das feuchte Gelände. Die ersten Siedler ließen sich hier im frühen Mittelalter nieder, etwa ab dem 8. Jahrhundert, und begannen, dem Wasser langsam Raum abzuringen.Der Name „Pfersee“ wird heute meist auf alte Wörter wie „Phersaha“ zurückgeführt – ein Hinweis auf eine Furt oder ein „Pferdewasser“, an dem Tiere und Menschen den Fluss queren konnten.Doch nicht alle glauben diese Erklärung.Manche erzählen sich bis heute, der Name gehe auf einen ganz anderen Ursprung zurück. Sie sagen, hier habe einst ein römischer Feldherr Zuflucht gesucht – verwundet, auf der Flucht, verloren in den Sümpfen. Und irgendwo im dunklen Wasser sei er verschwunden. Seitdem habe man von einem „Varus-See“ gesprochen… ein Name, der sich über die Jahrhunderte verändert haben soll.Ob Wahrheit oder Sage – sicher ist nur:Das alte Pfersee war lange ein Ort zwischen Wasser und Land, zwischen Wirklichkeit und Geschichte. Und genau dort beginnen die Geschichten.
Die Luitpoldbrücke über die Wertach war früher mehr als nur eine Brücke – es war ein echter Grenzpunkt.
DDie Luitpoldbrücke über die Wertach markiert heute ziemlich klar den Übergang zwischen der Augsburger Innenstadt und Pfersee. Früher war das aber mehr als nur eine Brücke – es war ein echter Grenzpunkt. Bevor es feste Stein- oder Eisenbrücken gab, war die Überquerung der Wertach hier schwierig. Der Fluss war unberechenbar, trat regelmäßig über die Ufer und zerschnitt die Landschaft in Arme und sumpfige Inseln. Wer nach Pfersee wollte, musste einen unsicheren Übergang wagen – oft über einfache Holzstege oder Furten. Mit der Luitpoldbrücke (benannt nach Prinzregent Luitpold, Anfang 20. Jahrhundert) wurde dieser Übergang dauerhaft gesichert.
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Schau dir die Sagen noch einmal an:
Mitten in der Augsburger Altstadt, unweit des Klosters St. Ursula, steht ein schmaler alter Turm, an dem viele achtlos vorübergehen.