Augsburger Sagenvideos

HHoch oben im Perlachturm, verborgen hinter einer schlichten Öffnung, erscheint einmal im Jahr eine uralte Szene: Der Erzengel Michael – und der Drache. Doch dies ist mehr als ein mechanisches Schauspiel. Es ist ein Echo aus einer Zeit, in der Gut und Böse noch klar benannt wurden – und der Kampf zwischen Ordnung und Chaos als sichtbares Zeichen in die Welt gesetzt wurde. Mit jedem Glockenschlag tritt Michael hervor und stößt seine Lanze – immer wieder, unaufhörlich. Der Drache weicht nicht. Der Kampf endet nicht. Die Sage erzählt nicht von einem Sieg, sondern von einem Gleichgewicht. Von einer Ordnung, die immer wieder neu errungen werden muss.Und so geschieht es bis heute: Mitten im Herzen von Augsburg öffnet sich das Fenster – und für einen Moment wird sichtbar, was sonst verborgen bleibt.

Augsburg Karte
Aktueller Standort: Turamichele

Der Perlachturm

Er steht im Zentrum Augsburgs, direkt neben dem Rathaus, und gehört seit Jahrhunderten zum festen Bild der Stadt.

SSein Ursprung liegt im Mittelalter, als an dieser Stelle ein Wachturm errichtet wurde, der weit über die Dächer hinausblickte. Von hier aus wurde die Stadt beobachtet. Rauch, Bewegungen, Veränderungen am Horizont – alles wurde von oben wahrgenommen und weitergegeben. Der Turm war Teil eines Systems, das Sicherheit und Orientierung schuf. Im Laufe der Zeit veränderte sich seine Gestalt. Er wurde erhöht, umgebaut und an die wachsende Stadt angepasst. Mit jeder Epoche verlor er ein Stück seiner ursprünglichen Funktion und gewann zugleich an Bedeutung als Wahrzeichen. Heute trägt der Turm eine andere Form von Präsenz. Er ist kein Ort der Kontrolle mehr, sondern ein Ort der Erinnerung.

Die Fugger – Gold und Schatten

Es gibt Namen, die leise beginnen und doch die Welt verändern. Die Fugger waren ursprünglich Weber.

EEinfluss weit über Augsburg hinaus. Sie finanzierten Kaiser, bestimmten über Kriege und lenkten den Fluss von Silber und Gold durch Europa. Ihr Reichtum war nicht laut – aber er war überall.Jakob Fugger, den man später „den Reichen“ nannte, verstand etwas, das nur wenige begreifen: Macht liegt nicht im Besitz, sondern im Zugriff.Wer Geld verleiht, bestimmt die Richtung. Wer Schulden hält, hält mehr als nur Zahlen. Doch mitten in dieser Welt aus Verträgen und Einfluss entstand etwas Unerwartetes. Die Fuggerei. Eine Siedlung für Bedürftige – bis heute bewohnt, bis heute erhalten. Ein Ort, der zeigt, dass selbst im Zentrum großer Machteine andere Idee möglich war. Und so bleibt von den Fuggern mehr als Reichtum.Ein Abdruck in der Stadt. Ein Geflecht aus Gold, Verantwortung und Entscheidung.Augsburg trägt ihn noch heute in sich.

Schatztruhe

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1. Wo erscheint das Turamichele jedes Jahr?

2. Wen stellt das Turamichele dar?

3. Was tun die Kinder traditionell während des Schauspiels?

4. An welchem Tag wird das Turamichele traditionell gezeigt?

5. Wofür steht das Turamichele symbolisch?

Ergebnis

Der steinerne Mann

In einer Zeit, in der Augsburg noch von Mauern geschützt wurde, wachte ein einfacher Bäcker über die Stadt. Als Feinde die Mauern belagerten und die Vorräte zur Neige gingen, fasste er einen mutigen Entschluss.

“Zwischen alten Mauern und vergessenen Pfaden warten Geschichten darauf, wiedergefunden zu werden.”

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