Mecklenburg Vorpommern
Hier endet Deutschland – und etwas anderes beginnt. Weite Wälder, stille Seen, endlose Küsten, an denen der Wind Geschichten trägt, die niemand aufgeschrieben hat. Mecklenburg-Vorpommern ist uraltes Land. Die Slawen errichteten hier ihre heiligen Kultstätten, verehrten Götter in Hainen und an Seeufern, lange bevor der erste christliche Mönch seinen Fuß auf diesen Boden setzte. Am Herthasee tief in den Buchenwäldern Rügens soll einst die Göttin Hertha selbst gewohnt haben – Priester sagten hier mithilfe der Göttin die Zukunft voraus.

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1. Welche Stadt gilt als märchenhafte Residenzstadt Mecklenburgs?

2. Wofür ist Schwerin besonders bekannt?

3. Welche Landschaft prägt Mecklenburg besonders stark?

4. Welches Tier ist eng mit alten Sagen und Schutzzeichen Mecklenburgs verbunden?

5. Was macht Mecklenburg für sagenhafte Geschichten besonders reizvoll?

Ergebnis

Das Petermännchen von Schwerin

Tief in den Gewölben des Schweriner Schloss soll seit Jahrhunderten ein geheimnisvoller Geist wohnen: das Petermännchen.

NNiemand weiß genau, wer oder was es ist. Manche beschreiben einen kleinen Mann mit langem Bart und rotem Mantel. Andere berichten von einem Ritter in alter Rüstung, der lautlos durch die Gänge des Schlosses wandert. Der Sage nach bewacht das Petermännchen verborgene Schätze und wacht über das Schloss. Ehrliche Menschen lässt es unbehelligt. Doch wer stiehlt, lügt oder sich schlecht benimmt, soll seinen Zorn zu spüren bekommen. Türen schlagen zu, seltsame Geräusche erklingen, und mancher Übeltäter verschwand angeblich voller Schrecken aus dem Schloss. Bis heute gehört das Petermännchen zu den bekanntesten Sagengestalten Mecklenburgs. Und wer nachts durch die alten Flure des Schweriner Schlosses geht, der fragt sich vielleicht, ob der kleine Wächter noch immer seine Runde dreht.

Der Herthasee

wo die Göttin wohnte

TTief im Buchenwald von Rügen, versteckt hinter uralten Stämmen und moosbedeckten Hängen, liegt ein See, der so still ist, dass man das Atmen vergisst. Der Herthasee. Dunkel, glatt, von Stille umgeben – als würde das Wasser etwas verbergen. Hier soll einst die Göttin Hertha gewohnt haben. Priester sagten mithilfe der Göttin die Zukunft voraus. Die Germanen glaubten, dass sie in diesem See badet – und wer ihr dabei zusah, zahlte mit dem Leben. Ihr Wagen wurde von weißen Kühen durch das Land gezogen, und wo sie erschien, herrschte Frieden. Wo sie verschwand, kam das Dunkel. Heute ist der See ein Wanderziel. Aber wer dort steht, wenn der Wald schweigt und das Wasser keine Welle schlägt, spürt: Hier war einmal etwas. Etwas, das noch nicht ganz gegangen ist.

„Zwischen alten Mauern und vergessenen Pfaden warten Geschichten darauf, wiedergefunden zu werden.“

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